Archive für September 2008

Alle Jubeljahre

Wenn überhaupt, dann passiert es höchstens alle Jubeljahre, und als fürbass erstaunter, unmittelbar Betroffener, sieht man sich mit dem überwältigenden Eindruck konfrontiert, die sonst als so bedrückend empfundene Schwere des Lebens falle ab von einem, Sämtliches lange so ehrgeizig Angestrebte, sehnsüchtig Herbeigesehnte käme nun letztendlich doch in Greifweite, und die Welt sei plötzlich sonnig, freundlich und warm.

Es mag in der Natur des Menschen liegen, oder einfach in der unerhörten Einmaligkeit des Vorkommnisses, und die Frage nach dem “Warum” rückt in den Fokus der Betrachtungen.

Wer, was oder welche Umstände haben zur Entwicklung der momentanen Situation maßgeblich beigetragen, existiert eine erkennbare Systematik und somit nachvollziehbares Schema – und fast noch wichtiger: sind die bislang nicht eindeutig ausgemachten Einflüsse, nur für den hypothetischen Fall des Eintretens einer zukünftigen, wenn schon nicht zu vermeidenden Durststrecke, zumindest ihr ein gehöriges Quantum ihrer Länge nehmend, auf Wunsch reproduzierbar?

Über derartige Betrachtungen vergehen nicht selten Tage, innerhalb derer verschiedene Vorkommnisse in die engere Wahl einbezogen und wieder verworfen, in deren Verlauf Personen, vornehmlich neue und neueste Bekanntschaften auf ihre Einflussnahmemöglichkeiten geprüft werden, um am Ende aller Grübeleien profan festzustellen, dass, selbst wenn der oder die Schuldige – was höchst unwahrscheinlich ist - eindeutig identifiziert würde, die Feststellung triumphiert, ohne die Beantwortung der eingangs gestellten Frage sicherlich entspannter zu leben – und es ratsam erscheint, stattdessen einfach ein wenig Demut zu beweisen und sein verdientes Glück zu genießen.